Im letzten Spiel vor der Länderspielpause war Schlusslicht Fassa in der Leitner Solar Arena zu Gast. Und obwohl man wieder auf eine Reihe von angeschlagenen Spielern verzichten musste (Tauber, Elliscasis, O’Marra, Erlacher, Crepaz, Mair), war die Vorfreude groß: mit Rob Sirianni gab ein Publikumsliebling sein Comeback im Dress der Wölfe, ein Family Day bot wieder besondere Momente für die Kids und mit dem neuen Rundensponsor wurde eine schöne Charity-Aktion zugunsten der Kinderkrebshilfe gestartet. 

Trainer Richer setzte Sirianni an der Seite von McLeod und von McCauley ein, und der Italokanadier feierte einen Einstand nach Maß: nach 5:07 Min. schlenzte er den Puck von rechts zum 1:0 in die Maschen. Die Wölfe kombinierten munter und waren das gesamte Drittel über die aktivere Mannschaft, scheiterten aber – wie schon so oft in den letzten Wochen – immer wieder im letzten Akt, im Abschluss vor dem Tor. So kam auch Fassa langsam in die Gänge, machte in einem Powerplay erstmals richtig Druck und erzielte eineinhalb Minuten vor der Pausensirene durch Jeslinek (dem besten Spieler auf dem Eis heute Abend) das 1:1.

Der Gäste-Ausgleich brachte nicht den erhofften Ruck ins Team: zwar blieben die Wölfe auch im zweiten Drittel spielbestimmend (51:24 wieder einmal das Schussverhältnis am Ende der Partie), doch wie man Spiele gewinnt, das zeigten die Trentiner. Zuerst zirkelte der freistehende Bernard einen tollen Querpass von Jeslinek ins Kreuzeck (1:2; 5:29 Min.), dann bediente Kostner im Powerplay Sindel, der zum 1:3 einschoss (11:18 Min.), und schließlich war es der sehr auffällige Kostner selbst, der nach 16:21 Minuten Aubin mit einem Schuss von der blauen Linie überraschte und sogar auf 1:4 erhöhte. Als Kiel McLeod 9 Sekunden vor Ende des zweiten Abschnitts einen Schuss von Helfer entscheidend zum 2:4-Anschlusstreffer abfälschen konnte, entstand in den Pausengesprächen noch einmal so etwas wie die Hoffnung, dass der HCP – einen Gang zulegend und mit der nötigen Effizienz – die Partie doch noch nach Hause fahren könnte.

Das Schlussdrittel glich dann erschreckend jenem, mit dem die Wölfe eine Woche zuvor an selber Stelle das Spiel gegen Mailand zu drehen versucht hatten: das Bemühen war da, die Torchancen wurden herausgespielt, allein das Können reichte nicht aus vor dem Tor. Ling gelang trotz mehrfacher Versuche auch im sechsten Spiel kein Treffer, McLeod schoss alleinstehend am Tor vorbei, bei einem Backhander von Oberrauch war der auch sonst ausgezeichnete neue Fassa-Torhüter Tillanen zur Stelle und auch zwei vehementen Alleingängen von Kapitän Helfer war im Abschluss kein Glück beschieden. Auf der Gegenseite hatte Aubin bei den Kontern der wieselfinken Fassaner, die übrigens heute auf Iori und Castlunger verzichten mussten, ebenfalls immer wieder alle Hände voll zu tun. Der letzte Hoffnungsschimmer glimmte auf, als die Wölfe die letzten zwei Minuten mit zwei Mann mehr auf dem Eis agieren durften (Strafe gegen Jeslinek sowie Herausnahme von Aubin), doch mehr als das 3:4 nur 12 Sekunden vor Spielende (Blueliner von Helfer, abgefälscht von McCauley) war nicht zu schaffen.